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Hilfe für BEMA-Opfer


 

 

 


Ausstiegsstrategien


Einigen Anlegern ist es gelungen, nach zähen Verhandlungen mit der Ostseesparkasse und manchal im Rahmen eines Prozesses einen Vergleich mit der
Ostseesparkasse abzuschließen. Schadenersatzklagen gegen die Ostseesparkasse waren bisher nicht erfolgreich; dazu Rechtsanwalt v. Laun:

„ Der einzelne Anleger hat es schwer, Schadenersatzansprüche gegen die Ostseesparkasse durchzusetzen. Obwohl es m.E. naheliegend ist, der Ostseesparkasse ein Überschreiten der Kreditgeberrolle vorzuwerfen, sind die rechtlichen Möglichkeiten begrenzt. Denn grundsätzlich trägt der Kreditnehmer das Risiko der Kreditverwendung – wenn sich die wirtschaftlichen Erwartungen nicht erfüllen, ist das kein Grund, dem Kreditgeber einen Vorwurf zu machen. Allerdings gibt es Ausnahmen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß eine dieser Ausnahmen hier eingreift. Sicherer ist es allerdings, sich nur für die Zukunft aus dem Kredit zu lösen. Da die Anlage bei der BEMA nicht völlig wertlos ist, kann man die Beteiligung der Ostseesparkasse überlassen.“

Welche konkrete Ausstiegsstrategie in Betracht kommt, hängt sehr vom Einzelfall ab. Wer Beratungshilfe beziehen kann oder kurz vor einer Verbraucherinsolvenz steht, braucht sich eigentlich keine Sorgen zu machen: In der Regel kann man sein Einkommen nicht pfänden.

Wer indessen pfändbares Vermögen oder Einkommen hat, sollte seinen Einzelfall gründlich prüfen lassen. Liegt ein verbundenes Geschäft vor, so kann es schon ausreichen, die Beteiligung bei der BEMA aus wichtigem Grund zu beenden oder sich sonst von dem Engagement zu befreien. Den Forderungen der Ostseesparkasse kann man dann den sogenannten Einwendungsdurchgriff entgegenhalten. Häufig ist es auch möglich, den Kreditvertrag mit der Ostseesparkasse zu beseitigen. Wenn ein verbundenes Geschäft vorliegt, können die Anleger die Ostseesparkasse dann zur Abwicklung auf die BEMA verweisen.

Wenn ein sogenanntes Haustürgeschäft vorliegt, gibt es weitere Verteidigungsmöglichkeiten, die allerdings immer für den konkreten Einzelfall geprüft werden müssen.

Im Einzelfall ist es auch möglich, den Anlagenvermittler in Anspruch zu nehmen. Hier ist allerdings für die Anleger problematisch, daß die Ansprüche schon verjährt sein könnten. Neben dem Verjährungsproblem ist ein weiteres Problem, daß die Anlagenvermittler häufig nicht in der Lage sind, den Schaden auszugleichen. Dazu Rechtsanwalt v. Laun:

"Ich habe zwar schon Fälle erlebt, in denen ein Anlagevermittler die Anlage eines Kunden und die Bankverbindlichkeit übernimmt, aber noch nicht bei der BEMA. Wenn allerdings im Einzelfall ein Steuerberater oder Rechtsanwalt die Anlage vermittelt haben sollte, wäre das durchaus eine Möglichkeit. Ansonsten fehlt den Vermittlern zumeist das Geld. Allerdings können die Vermittler helfen, wenn sie - wie so oft - mehrere Anleger geworben haben. Man kann sie dann zum gemeinsamen Vertrieb von Anlage und Darlehen als Zeugen benennen."

Die richtige Ausstiegsstrategie zu finden, ist vielen Anlegern allein nicht möglich. Sie benötigen einen Anwalt, der die konkrete Anlage bei der BEMA schon gut kennt, oder der spezialisiert ist auf gescheiterte Kapitalanlagen. Die Rechtsberatung zu diesen Fragen ist nicht kostenlos. Hier finden Sie Hinweise zu den Kosten.