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Über die BEMA


Die BEMA Investitions- und Beteiligungsgesellschaft wurde am 17.11.1997 als CURA Investitions- und Beteiligungsgesellschaft in Rostock gegründet und am 29.07.1998 erstmals in das Handelsregister eingetragen. Geschäftsführer ist der Norweger Per Harald Lökkevik, der damals in Lübeck wohnte. Alleingesellschafter der BEMA ist die ODIN AG.

Zum Vertrieb wurde ein Prospekt erstellt, von dem es zahlreiche Auflagen mit unterschiedlichem Inhalt gibt. Der Umfang des Prospektes verdoppelte sich im Laufe der Zeit. Die Werbephase begann 1998. Die letzten Anleger traten 2004 bei. Ein Grund dafür dürfte die Insolvenz einer Vertriebsgesellschaft gewesen sein, der die 3+1 AG ein Darlehen von 1 Mio DM gewährt hat.

Dazu meint Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht Rudolf v. Laun folgendes:

„Die älteren Prospekte spotten jeder Beschreibung. Angemessene Informationen über das Investitionsvorhaben und die Risiken fehlen. Ab etwa 2001 sind die Prospekte detaillierter, genügen aber den Anforderungen noch immer nicht. Die Hinweise auf Risiken finden sich über den Prospekt verstreut, verschiedene Änderungen wurden verschwiegen, obwohl sie bedeutsam für die Anlageentscheidung waren. Ein Vergleich der verschiedenen Prospekte zeigt nach meiner Meinung, daß sich bei Herausgabe der späteren Prospekte einige Risiken verwirklicht hatten. Spätere Prospekte stellen diese Risiken als bloße Möglichkeit dar, ohne mitzuteilen, daß sich die Risiken schon verwirklicht hatten. Außerdem enthält der Prospekt werbliche Aussagen, die m.E. in einem Prospekt, der der Anlageentscheidung dienen soll, keinen Platz haben und in die Irre führen. So betont dieser Prospekt, daß der Einkaufspreis besonders günstig gewesen sei. Das halte ich für unrichtig, denn Käufer- und Verkäuferseite hatten denselben Geschäftsführer, den Norweger Per Harald Lökkevik. Hätte Herr Lökkevik Vermögenswerte der Verkäuferseite unter Wert verkauft, so hätte er sich wegen Untreue strafbar gemacht. Die Ostseesparkasse hat in einem Prozess vorgetragen, die Preise seien marktgerecht gewesen. Günstig war er nicht.“

Der Vertrieb war als Strukturvertrieb organisiert. Die Ostseesparkasse hat im Prozeß mit einem Anleger nicht bestritten, mindestens 2000 Anleger finanziert zu haben. RA v. Laun schätzt, daß praktisch alle Anleger von der Ostseesparkasse finanziert wurden. Die Ostseesparkasse hat nicht nur die Beitrittssumme finanziert, sondern auch das sogenannte Agio von acht Prozent. Von mehreren Anlegern war zu hören, daß die Vertriebsleute gezielt nach den gegenwärtigen Einkünften gefragt haben. Mit einem Computerprogramm sollen sie dann die höchstmögliche Darlehenssumme ermittelt haben, welche die Ostseesparkasse ausreichen konnte. RA v. Laun ist kein Fall bekannt, in dem die Ostseesparkasse die Darlehensgewährung abgelehnt hat. Allerdings ist festzuhalten, daß die Ostseesparkasse bestreitet, mit dem Computerprogramm irgend etwas zu tun gehabt zu haben.

Die BEMA hatte 2004 etwa 2400 Anleger mit Anteilen zwischen 10.000 DM und 340.000 DM.

Dazu Rechtsanwalt v. Laun: "Es ist erschreckend, daß Anteile an Menschen vertrieben wurden, die nach ihrem Bildungsstand außerstande waren, die Risiken der Anlage, so wie sie in den Prospekten dargestellt wurden, zu verstehen. Das betrifft hauptsächlich Anleger, die 10.000 oder 20.000 DM gezeichnet haben. Diesen Anlegern geht es wirtschaftlich zum Teil so schlecht, daß sie Prozeßkostenhilfe und Beratungshilfe erhalten."

1998 traten die ersten 100 Gesellschafter bei, im Jahre 2000 wurde erst ein Teil des benötigten Kapitals eingeworben; Ende 2000 fehlten noch etwas über 20% der Summe, welche die BEMA einwerben wollte. Dazu RA v. Laun:

"Daß die Werbephase so lange dauert, halte ich für ungewöhnlich. Es erstaunt mich auch, daß schon in der Werbephase zahlreiche Anleger wieder aus der Gesellschaft ausgetreten sind – damit meine ich nicht normale Storni wegen Widerrufs des Beitritts innerhalb der Widerrufsfrist, sondern Fälle, in denen der Widerruf später erklärt wurde. Die meisten Anleger, die auf diese Weise aus der Gesellschaft ausgetreten sind, haben sich von Anwälten vertreten lassen.“

Gelegentlich wird gefragt, ob die BEMA von Insolvenz bedroht sei. Dies scheint indessen nicht der Fall zu sein, denn die BEMA hat keine Kreditverbindlichkeiten. Wenn allerdings die Muttergesellschaft ODIN AG Insolvenz anmelden müßte, dann kann das auch Auswirkungen auf die BEMA haben.